GdP befürchtet „Notruf-Polizei“ in Ostholstein

Erstellt am Freitag, 19. Juni 2015

Eutin - Der Stellen- und Personalabbau bei der Schutz- und Wasserschutz-Polizei in Schleswig-Holstein steht weiter massiv in der Kritik der Gewerkschaft der Polizei (GdP).

„Es ist zu befürchten, dann sich der Rückzug der Polizei aus der Fläche weiter fortsetzt. Und das auch in Ostholstein“, zeigt sich Thomas Gründemann, GdP-Landesvorstandsmitglied besorgt. Selbst Polizeistationen mit mehreren Beamten wie in Süsel, Schönwalde, Grube, Lensahn, Hutzfeld und Großenbrode stünden möglicherweise vor der Schließung.  Entsprechende „Empfehlungen“ aus Kiel hätten aber oft den Charakter von Anordnungen, weiß Gründemann.

„Die GdP steht ausdrücklich für eine Bürgerpolizei, so Gründemann. Die aktuellen Entwicklungen tendierten aber zu einer reinen Notruf-Polizei. Der persönliche Kontakt der Polizei in alle gesellschaftlichen Schichten gehe durch den Rückzug verloren, gibt Gründemann zu bedenken.  Der GdP-Vertreter hofft bei Schließungsplänen auf Protest aus der Politik, vor allem auch aus der Bevölkerung. „Die Bürger sind unsere Verbündeten, denn sie sind letztlich die Leidtragenden“, sagt Thomas Gründemann. Die pauschale Schließung der kleinen Dienststellen wie im Kreis Plön habe hoffentlich eine abschreckende Wirkung und sollte den Menschen in Ostholstein erspart bleiben.

Kritik erhebt der Polizeigewerkschafter auch gegen den beabsichtigten Abzug der beiden Videowagen vom Polizei-Autobahn- und Bezirksreviers Scharbeutz und deren Verlegung nach Bad Oldesloe. Erst im vergangenen Jahr seien die beiden Bezirksreviere in Lübeck und Ostholstein aufgelöst und im November mit dem ehemaligen Polizeiautobahnrevier zu einer großen Verkehrsdienststelle an der Autobahn in Scharbeutz zusammengeführt worden sein. Kernaufgabe dieser neuen großen Polizeidienststelle sei die regionale Verkehrsüberwachung und damit auch die Verfolgung von sogenannten Aggressionsdelikten im Kreisgebiet. „Hierfür sind die beiden vorhandenen Videowagen und das Personal am Standort Scharbeutz unentbehrlich“, unterstrich Thomas Gründemann.  

Die Stimmungslage in der Polizei sei aus Sicht der GdP besorgniserregend. Die vielfältigen Einsatzbelastungen, ständige Organisationsüberlegungen und -änderungen bis hin zu Schließungen von Dienststellen sowie der angekündigte Personal- beziehungsweise Stellenabbau sorgten für großen Verdruss in den Reihen der Polizei. „Die Polizei braucht in der gegenwärtigen Situation endlich die notwendige Ruhe, um ihren vielfältigen Aufgaben und Herausforderungen gerecht werden zu können, und den notwendigen politischen Rückhalt“, so Thomas Gründemann.

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