Nagelprobe für Albig steht noch bevor

Erstellt am Donnerstag, 04. Oktober 2012

Bekenntnis zum Personalbestand bei der Landespolizei ist überfällig

- Kommentar von GdP-Landesredakteur Thomas Gründemann -

Eutin/tgr – Ja, es war eine außergewöhnliche Etappe ihres Berufslebens, die am Sonntag vor einer Woche 210 Dienstanfänger der Landespolizei nahmen, als ihnen Ministerpräsident Torsten Albig im Beisein von Innenminister Andreas Breitner den Amtseid abnahm. Ja, es war als besondere Wertschätzung für die Polizei zu deuten, dass der Carstensen-Nachfolger dies höchstpersönlich vornahm.

Das hohe Ansehen der Polizei in der Bevölkerung sei für die Landesregierung ein hohes Gut, das nicht gefährdet werden dürfe, sagte Albig. "Sie sind es, die zusammen mit vielen tausend Kolleginnen und Kollegen dafür sorgen, dass wir alle in größtmöglicher Sicherheit zusammenleben können", so der Ministerpräsident zum Nachwuchs. Seine Lobesworte für die Bedeutung und Arbeit der schleswig-holsteinischen Landespolizei ergänzte der Ministerpräsident mit Zusagen.

„Wir wollen die Überstunden bei der Polizei fair regeln und das begonnene Beförderungskonzept fortführen. Für mich ist auch wichtig, dass wir Auslandseinsätze ausdrücklich anerkennen und in der Laufbahn besonders berücksichtige!“ Wer aber gehofft hatte, dass sich Albig, wie zuvor Andreas Breitner gegenüber der GdP, auch öffentlich zum Erhalt des Personalbestandes bei der Polizei bekennen würde, wurde enttäuscht. Hier lässt der Ministerpräsident die Landespolizei weiter im Ungewissen. Bei aller Anerkennung, dass Torsten Albig gerade den besonderen Anlass in Eutin nutzte, um rund vier Monate nach seiner Wahl sich endlich auch den Menschen in der Landespolizei zuzuwenden, so wird die Nagelprobe für den „neuen“ Landesvater noch erst kommen.

Bereits bei den laufenden Haushaltsberatungen kann der Sozialdemokrat beweisen, was seine Worte von Eutin tatsächlich wert sind. Nach den unvergessenen bitteren Erfahrungen der Polizistinnen und Polizisten mit Albigs wortbrüchigen Amtsvorgänger PHC werden diese den Ministerpräsidenten an seinen Taten messen.

Oliver Malchow hat es in der Presse noch einmal deutlich unterstrichen. Neben den versprochenen Strukturverbesserungen bei den Beförderungen gehört dazu vor allem die Zusage der politisch Verantwortlichen, den ohnehin schon viel zu knappen Personalbestand der Landespolizei wenigstens zu halten. Die Überbelastung der Polizei ist schon jetzt eine tickende Bombe und nicht mehr zu verantworten. Deshalb erwarten die Landespolizei und mit ihr die GdP auch hier endlich ein Bekenntnis vom Ministerpräsidenten Torsten Albig. Es ist überfällig! 

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